Innovative Energiekonzepte
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Gebäudehülle verständlich erklärt

Kerndämmung: den Zwischenraum nutzen

Wann zweischaliges Mauerwerk eine nachträgliche Dämmung ermöglicht – und was vorher geprüft werden sollte.

Zum Vergrößern die Grafik anklicken. Die Grafik zeigt das Grundprinzip. Anschlüsse, Feuchteschutz und die konkrete Ausführung werden passend zur vorhandenen Konstruktion geplant.

Einblick in die Ausführung

Kerndämmung in der Praxis

Das Video zeigt das Einblasen in die Außenwand und das anschließende Verfugen. Über kleine Öffnungen gelangt der Dämmstoff in die geeignete Hohlschicht. Danach werden die Einblasöffnungen wieder verschlossen.

Bei manchen Häusern besteht die Außenwand aus zwei Mauerschalen. Dazwischen liegt ein Hohlraum. Ist dieser geeignet, kann er nachträglich mit Dämmstoff verfüllt werden. So wird die bestehende Wand im Inneren ihres Aufbaus verbessert.

Die äußere Ansicht der Fassade kann dabei im Wesentlichen erhalten bleiben. Ob die Konstruktion passt, muss vor der Ausführung geprüft werden.

Das Foto zeigt einen freigelegten Fensteranschluss mit verschlossener Hohlschicht. Wo der Zwischenraum durch Mauerwerk oder Mörtel überbrückt wird, kann Einblasdämmstoff diesen festen Bereich nicht ersetzen. Dort kann eine Wärmebrücke verbleiben, auch wenn die freie Hohlschicht daneben gedämmt wird.

Freigelegte Fensterlaibung mit Klinker außen und einem massiven Verschluss im Bereich der Hohlschicht
Verschlossene Hohlschicht am Fensteranschluss: Diesen Bereich bei der Planung der Dämmung und des Fenstereinbaus gesondert betrachten.

Deshalb gehört beim Fenstertausch auch die Laibung in die Planung. Vor dem Einbau wird geklärt, wie der vorhandene Anschluss verbessert werden kann und wie die Dämmung an den Fensterrahmen anschließt. Ob dafür ein Rückbau sinnvoll und möglich ist, hängt vom konkreten Aufbau ab.

Eine solche Stelle bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Außenwand für eine Kerndämmung ungeeignet ist. Sie zeigt aber, warum die Betrachtung des Hohlraums allein nicht genügt.

Mehr über Fensteranschlüsse und Wärmebrücken

Eine Klinkerfassade oder ein bestimmtes Baujahr allein reichen für die Entscheidung nicht aus. Entscheidend sind der tatsächliche Wandaufbau und ein geeigneter, ausreichend breiter Zwischenraum.

Ein Fachbetrieb untersucht den Hohlraum beispielsweise mit einer kleinen Kamera. Dabei werden vorhandene Dämmung, Unterbrechungen und der Zustand des Zwischenraums beurteilt. Auch die Außenwand wird auf Auffälligkeiten geprüft.

Über kleine Öffnungen wird ein für den Wandaufbau geeigneter Dämmstoff in den Zwischenraum eingeblasen. Der Fachbetrieb plant die Einblasstellen und die Ausführung so, dass die geeigneten Hohlräume gleichmäßig gefüllt werden. Anschließend werden die Öffnungen verschlossen.

Welche Dämmstoffe infrage kommen, richtet sich nach der Konstruktion und dem verwendeten System. Ein ungeprüftes Befüllen der Wand wäre kein geeigneter Ausgangspunkt.

Klinkerfassade mit kleinen Bohrstellen
Detail einer vorhandenen Klinkerfassade. Foto: Thomas Lichtenberger.

Die vorhandene Hohlschicht begrenzt die mögliche Dämmstärke. Deshalb erreicht eine Kerndämmung nicht in jedem Haus den gewünschten Wärmeschutz allein. Sie kann Teil eines umfassenderen Konzepts sein.

Fehlender Hohlraum, schwierige Unterbrechungen oder vorhandene Schäden können die Ausführung einschränken. Dann betrachten wir andere Möglichkeiten. Eine pauschale Zusage allein anhand der Gebäudeansicht wäre verfrüht.

Wenn weniger Wärme durch die Außenwände verloren geht, sinkt der Wärmebedarf der betroffenen Räume. Diesen verbesserten Zustand beziehen wir in die Planung der Wärmepumpe und der Heizflächen ein.

Geplante Maßnahmen sollten deshalb früh zusammen betrachtet werden: Außenwand, Dachboden, Fenster und Heizung beeinflussen sich in ihrer Wirkung. Wir helfen Ihnen, die Schritte zu ordnen und den Planungsbedarf zu klären.

Mehr dazu: Mit sinnvollen Maßnahmen anfangen und Heizflächen passend auslegen.

Bei geeignetem zweischaligem Mauerwerk lässt sich der Wärmeschutz mit vergleichsweise geringem Eingriff verbessern. Eine neue äußere Fassadenbekleidung ist dafür in der Regel nicht erforderlich. Der vorhandene Hohlraum bestimmt, wie viel Dämmstoff eingebracht werden kann.

Welche Kosten entstehen und wie viel Energie sich einsparen lässt, hängt von Wandfläche, Aufbau und Zustand ab. Für Ihr Haus betrachten wir diese Punkte gemeinsam.

Wenn Sanierungsarbeiten den Luftaustausch durch Undichtigkeiten verringern, muss die im Alltag entstehende Feuchtigkeit weiterhin abgeführt werden. Deshalb betrachten wir auch die Lüftung. Welche Anpassung sinnvoll ist, hängt von den Maßnahmen und der Nutzung Ihres Hauses ab.

Ist das eine passende Maßnahme für Ihr Haus?

Wir betrachten den vorhandenen Aufbau und Ihre weiteren Sanierungspläne. Gemeinsam klären wir, welchen Beitrag die Dämmung leisten kann und wie sie zur Heizungsplanung passt.